Mögliche Erweiterung unseres hausärztlichen Angebotes ab Frühjahr 2022: Eventuell werden wir 2022 eine Zweigniederlassung in Reinheim gründen, noch ist aber nichts sicher...


Was bisher geschah...

Seit April 2019 ist unsere Praxis nun schon für Patienten aller Kassen und Altersstufen geöffnet. Unser Angebot der hausärztlichen Versorgung wurde sehr gut angenommen, durch personelle Aufstockung im pflegerischen und ärztlichen Bereich konnten wir der steigenden Nachfrage gut begegnen.

Einen kurzen Schreck bekamen wir 03/2020, als covid-19 uns alle überraschte und einmal kräftig schüttelte.

Durch glückliche infrastrukturelle Faktoren auf dem Hofgut und durch schnelles und pragmatisches Handeln des gesamten Teams konnten wir recht früh in der Pandemie mit unserer Schwerpunktpraxis im gelben Saal unseren Beitrag zur Bekämpfung von covid-19 leisten. Im Sommer 2021 konnten wir den gelben Saal dann bei rückläufigen Infektionszahlen wieder abgeben, dafür kamen nun die Impfungen. Ach diese sind nun -zumindest bis zur 2. Dosis- erledigt, sodass die Rückkehr zum normalen Praxisalltag möglich wurde.

Warum?

"Wir schließen nicht die Tür zu". Mit dieser Ansage sind wir etwas großspurig und unwissend in die Niederlassung gestartet. Mutig, wie viele damals sagten. In unserem Fall war es so: 04/2019 war die Hausarzt Not noch etwas größer, in den reinheimer Stadtteilen gab es diverse Praxisschließungen aufgrund von Alter und Krankheit. Zwei sehr wertvolle Mitarbeiterinnen aus unserer Praxis kamen aus einer solchen "schließenden Praxis", viele unserer Patienten kommen vom Otzberg und aber eben auch aus Richtung Reinheim.

Der Hausärztemangel ist nach wie vor spürbar und wird auch spürbar bleiben in den nächsten Jahren. Eine Praxis in Reinheim konnte glücklicherweise kürzlich durch einen Kollegen erhalten werden. Die Altersstruktur in der Ärzteschaft macht aber weitere Praxisschließungen in Zukunft unumgänglich. Welche Optionen gibt es? Gemeinden, Kreise, Kommunen, größere „Player“ haben ja durchaus ein Interesse an diesem hausärztlichen Markt bzw. füllen hier und da auch Lücken, die sonst offen bleiben würden. In unserem Fall haben wir in Habitzheim unsere Zielgröße erreicht, der Andrang neuer Patienten lässt aber nicht nach. Da der größte Strom aus Richtung Reinheim kommt lag es nahe, einmal in diese Richtung zu schauen. Und wie der Zufall es wollte kam es zu einem Kontakt mit Dr. Neutard. Kollege Neutard hat sich seit Jahrzehnten im Rahmen seiner Praxistätigkeit, aber auch im ärztlichen Bereitschaftsdienst sehr verdient gemacht. Mit nach wie vor viel Spass an der Arbeit besteht aber das Interesse, die Praxisnachfolge langsam aber sicher zu planen. So wurde aus Gesprächen ein Plan, aus einem Plan ein Konzept, und aus dem Konzept - wenn alles klappt- eine Zweigpraxis.

Aus der Vogelperspektive macht das sehr viel Sinn: Was liegt näher als dorthin zu gehen, von wo die Patienten kommen? Habitzheim ist toll, aber muss z.B. eine ältere, in Ihrer Mobilität eingeschränkte Patientin für ein Rezept aus Reinheim nach Habitzheim kommen? Natürlich wird es in naher Zukunft auch viele digitale Erleichterungen geben, aber nach wie vor gibt es viele Patienten, die auch für die kleinen Dinge in der hausärztlichen Medizin den persönlichen Kontakt schätzen und pflegen. Wir werden viele Patienten so durch den 2. Standort heimatnah abholen können. Dies führt zu einer Entlastung des habitzheimer Standortes, einem Erhalt des reinheimer Standortes sowie einem deutlichen Benefit der reinheimer Bevölkerung durch nicht nur Erhaltung des status quo, sondern Ausbau der Praxisgröße und des Versorgungsangebotes. Wir planen nämlich - entsprechende Nachfrage sowie Zulassung weiterer Ärzte durch die entsprechenden Stellen vorausgesetzt- weitere Ärztinnen und Ärzte einzustellen.


Konzept

Wichtig ist und war uns immer die Patientenbindung. „Sie finden Dr. Heereman doof? Kein Problem, dann gehen Sie doch zu Frau Dr. Gilbert oder Frau Kindel-Göckel, Herr Heereman wird auch nicht beleidigt sein.“ Spaß beiseite, so ist es aber manchmal, mit dem einen Arzt kann man gut, mit den anderen eher weniger. Uns Ärzten geht es übrigens manchmal auch so. Es ist wichtig, dass der Arzt den Patienten kennt, und man als Patient nicht eine Nummer im PC ist. Uns ist bewusst, dass ein ständiges Wechseln des Arztes bei Patienten zu Unmut und Unsicherheit führen kann. Andererseits ist es schwierig, jede Zecke oder jede Bronchitis organisatorisch durch den betreuenden Arzt abzudecken. Es braucht also eine Zwischenlösung, bei der es einen Hauptansprechpartner gibt für das Große Ganze, andere Ärzte aber durchaus in der Versorgung integriert sind. Wie könnte in immer weiter wachsenden Strukturen eine solche Hybridlösung aussehen? Wir haben uns bewusst dazu entschieden einen 2. Standort hinzuzunehmen. Betriebswirtschaftlich wäre es wohl sinnvoller, einen zentralen Standort mit neuen Räumlichkeiten, mit Parkplätzen und weiteren Wachstumsmöglichkeiten zu wählen. Weniger Personal, optimale Nutzung von Flächen, längere Öffnungszeiten, Anonymität der Mitarbeiter wäre die Folge. Wir gehen bewusst den Weg der kleineren Einheiten: Patienten haben weiterhin Ihre bekannte Praxis, bekannte Wege, vertraute Strukturen. Außerdem gibt es pro Standort ein Team: Hier mag es 2-4 Ärzte geben, aber eben nicht 7-12. Man kennt die Gesichter der MFAs, vielleicht sogar die Namen, weiß mit wem man telefoniert, bei wem man seine Medikamente bestellt und mit wem man seine Termine vereinbart hat. Und, wenn der betreuende Arzt oder Ärztin des Vertrauens mal krank, um Urlaub, im Frei oder in einem anderen Termin ist, hat man 1-2 weitere Arztgesichter, die sich dann vertrauensvoll kümmern. Gewährleistet wird so weiterhin die Bereitstellung eines kurzfristigen Termins in dringlichen Fällen bei einem Arzt des Standortes. Wenn es nicht so dringend ist und man lieber zu seinem „betreuenden Lieblingsarzt“ möchte, kann man ja immer warten, bis wieder ein Termin beim Lieblingsarzt frei ist.

So stellen wir uns die Kompromisslösung bei mehreren Standorten vor, um persönliche Beziehungen bestmöglich zu erhalten und zu fördern, ohne die Bedürfnisse Aller und zukunftsfähige Strukturen in der ambulanten Medizin zu ignorieren. Auch der Arzt hat es übrigens meist lieber, wenn er seine Gegenüber kennt.


Umsetzung / Aussicht Frühjahr 2022

 Als Hausarztpraxis Heereman mit Hauptpraxis in Habitzheim und Zweigpraxis in Reinheim werden wir nun - wenn alles wie geplant klappt- den nächsten Schritt gehen. Wir werden somit eine stabile, konkurrenzfähige Größe erreichen, die es uns besser ermöglicht, die Versorgung unserer Patienten sicherzustellen. So werden Sie in Urlaubszeiten des einen Standortes Rezepte und Krankmeldungen einfach über den anderen Standort bekommen. Oder es wird die Größe erreicht, die es uns ermöglicht, alle Standorte immer durch einen Arzt offenzuhalten. Es wird keine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung durch andere Praxen geben, da wir dies intern abbilden können. Einfacher wird dies zusätzlich durch die anstehenden Digitalisierungsprozeße im Medizinwesen. Rezepte, Krankmeldungen, elektronische Gesundheitskarten: All dies in Kombination mit der Videosprechstunde wird vieles vereinfachen, für Praxen und Patienten. Die dadurch hoffentlich eingesparte Zeit werden wir wiederum in Hausbesuche und Zeit am Patienten investieren. Es wird größer, es wird sicher auch mehr Gesichter geben, keine Frage. Wir werden uns aber bemühen unsere bisherige Qualität und den persönlichen Kontakt zu erhalten.

Und eine Bitte: Wenn es Kritik gibt, dann seien Sie positiv und konstruktiv. Äußern Sie sich in schriftlicher Form, die Mitarbeiterinnen am Empfang „anzubellen“ oder eine knackige Bewertung im Internet zu platzieren führt zu nichts und trifft die Falschen. Auch wir sind darauf angewiesen das man uns anspricht, um Dinge besser machen zu können.

Helfen Sie mit, Ihre hausärztliche Versorgung – und vielleicht auch die Ihres Nachbarn der gerade keinen Hausarzt hat – zu sichern und zu gestalten, wir werden jedenfalls unser Bestes geben.

Ich freue mich auf 2022, Ihr Dr. L. Heereman


Alle Aussagen vorerst unter Vorbehalt, noch ist leider nicht alles in trockenen Tüchern. Voraussetzung ist, dass alle Anträge genehmigt, alle Verträge zu aller Zufriedenheit gestaltet und unterschrieben werden. Wir sind aber auf einem sehr guten Weg...

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